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Deutsche Solarenergie-Technik goes America
Erklärung des Bundesverbands Solarwirtschaft e. V. anlässlich der 1. deutsch-amerikanischen Energietage:
Auf den heute eröffneten 1. deutsch-amerikanischen Energietagen in Berlin informieren sich rund 500 deutsche und amerikanische Experten aus Wirtschaft und Politik über aktuelle Entwicklungen auf dem US-Energiemarkt, mit besonderem Schwerpunkt auf den erneuerbaren Energien. Der Solarenergie ist ein eigener Konferenztag gewidmet. Zu den Rednern gehören unter anderem Bundeswirtschaftsminister Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg, Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Peter Ammon und der Gesandte der US-Botschaft in Deutschland John M. Koenig. Der deutsche Außenminister, Frank-Walter Steinmeier erklärte zu Konferenzbeginn: "Nur wenn wir transatlantisch mit Energieeffizienz und erneuerbaren Energien vorangehen, können wir auch andere Staaten für ein nachhaltiges Wachstumsmodell gewinnen; deswegen brauchen wir eine transatlantische Klimabrücke."
Veranstalter sind die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) und die Deutsch-Amerikanischen Handelskammern (AHK USA). Der Bundesverband Solarwirtschaft ist Konferenzpartner und kommentiert die aktuellen Entwicklungen in den USA.
Sonnige Aussichten für die Solarindustrie in den USA
Mit Barack Obamas Präsidentschaft in den Vereinigten Staaten ergeben sich auch für Erneuerbaren Energien (EE) hervorragende Marktchancen in den USA. Zum ersten Mal in der Geschichte besteht die Möglichkeit, dass EE eine tragende Rolle in der bundesstaatlichen Energiepolitik spielen werden.
Bereits bei seiner Antrittsrede betonte der neue Präsident die wirtschaftliche, soziale und umweltpolitische Bedeutung grüner Technologien. Mit der Ernennung von Steven Chu zum Energieminister hat er seiner Zusage der Förderung der EE große Glaubwürdigkeit verliehen. Im von Obama am 17. Februar 2009 unterzeichneten "Gesetz für die Erholung und Investitionen für die amerikanische Wirtschaft" hat er eine 30-prozentigen Zuschuss für EE eingeführt, und somit starke Anreize für die Schaffung eines amerikanischen EE-Markts, inklusive Solarenergie, geschaffen.
Die neue Regierung, neue Programme auf Bundesstaats- und Gemeindeebene sowie große Investitionsprogramme der Energieversorger werden dazu beitragen, dass die USA einer der wichtigsten Solarmärkte weltweit werden. Amerikanische Firmen werden hiervon profitieren, ebenso wie von staatlicher Unterstützung für Forschungs- und Entwicklungs-Programme.
Für deutsche Firmen stellt die gegenwärtige Situation eine hervorragende Gelegenheit dar, mit aufstrebenden US-Firmen zusammen zu arbeiten, um auf diesem viel versprechenden Markt Fuß zu fassen. Deutsche Solartechnik zählt zu der ausgereiftesten und bestentwickelten Technologie. Deutsches Knowhow und deutsche Qualität kann auf diese Weise einen Markt erreichen, der zumindest mittelfristig weltweit einzigartig im Hinblick auf Kaufkraft, Kapazität und F&E-Fähigkeiten und Energienachfrage ist.
Nichtsdestotrotz werden deutsche Firmen große F&E-Anstrengungen unternehmen müssen, um ihre weltweite Spitzenposition bei der Solar- und Produktionstechnologie zu behaupten. Wichtige Voraussetzungen hierfür bleiben verlässliche politische Rahmenbedingungen für die Solarenergie und damit ein stabiler und weltweit bedeutender Heimatmarkt.
Bereits jetzt ist der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. eine wichtige Interessenvertretung zahlreicher Solarfirmen aus den Vereinigten Staaten in Deutschland. Insofern sehen wir der künftigen Kooperation zwischen den führenden US- und deutschen Firmen zuversichtlich entgegen.
USA - das Land der unbegrenzten Solarmöglichkeiten
Die USA bewegen sich unter ihrem neuen Präsidenten Barack Obama mit Siebenmeilenstiefeln in das Solarzeitalter. In seiner erst kurzen Amtszeit wurden die bisherigen Steuergutschriften für die Errichtung von Solaranlagen in direkte Unterstützungen in Höhe von 30 Prozent der Investitionssumme umgewandelt, wodurch die Investitionssicherheit erhöht wurde. Außerdem plant Obama eine jährlichen Förderung der Forschung und Entwicklung aller erneuerbarer Energien über die nächsten zehn Jahre. In vielen Bundesstaaten wird die Einführung von attraktiven Einspeisetarifen für Strom aus Erneuerbaren Energien ernsthaft diskutiert. Zu diesen Staaten gehören unter anderem Washington State, Michigan, New Mexico, New York State, Iowa, Arkansas und Minnesota. Auch auf lokaler Ebene wie in Gainesville, Palm Desert und Los Angeles gibt es entsprechende Aktivitäten.
Riesenmarkt für deutsche Unternehmen
Deutsche Unternehmen positionieren sich für den erwarteten Solarboom in den USA mit eigenen Produktionsstätten oder Handelsvertretungen. Marktkenner wie die Analysten von PiperJaffreys erwarten, dass sich der US-amerikanische Solarmarkt in diesem Jahr auf 600 bis 700 Megawatt verdoppeln könnte und 2010 mit 1,5 bis 2 Gigawatt die Größe des deutschen Markts erreicht.
Solarenergie als Chance in der Krise
Der BSW-Solar registriert, dass die führenden Industrienationen USA, Kanada, Japan und China trotz, oder gerade wegen der Weltfinanzkrise, beim Aufbau eigener Solarmärkte ihr Tempo verschärfen. Damit ergeben sich neue Absatzchancen für die heimische Solarindustrie, gleichzeitig wird sich der Technologie-Wettbewerb weiter verschärfen. Die globalen Anstrengungen werden dazu beitragen, dass Solarenergie bereits in wenigen Jahren in besonders einstrahlungsintensiven Ländern wettbewerbsfähig mit konventioneller Energie wird. In Deutschland rechnet der Bundesverband Solarwirtschaft mit der Wettbewerbsfähigkeit gegen Mitte des kommenden Jahrzehnts.
