EurObserv'ER: Abschwächung des Photovoltaikmarkts in der Europäischen Union 2012 nach dem euphorischen Wachstum in 2011

Nach der Euphorie im Jahr 2011 war der Photovoltaikmarkt in der Europäischen Union 2012 rückläufig. EurObserv’ER schätzt die im Jahr 2012 neu angeschlossene PV-Kapazität auf 16,5 GWp (2011: 22 GWp). Dies entspricht einem Rückgang um 25 Prozent. Weltweit hielt sich der Markt mit knapp über 30 installierten GWp, gestützt durch den Zubau auf den Märkten in Amerika und Asien.

Weltweit wird eine Verlagerung in Richtung der asiatischen und amerikanischen Märkte verzeichnet. Rückblickend kann man wohl sagen, dass die Wachstumsbedingungen auf dem europäischen Markt nicht ideal waren. In den vergangenen drei Jahren war das Wachstum überwiegend durch spekulative Investments getrieben, bei denen die anhaltende Differenz zwischen der Höhe der garantierten Einnahmen und den sehr stark rückläufigen Produktionskosten genutzt wurde. Einige Regierungen finden diese Pille nur schwer zu schlucken und versuchen daher, die Kosten durch die Einführung von Steuern auf die Produktion von Strom oder rückwirkende Änderungen ihrer Gesetze zu drücken: die Tschechische Republik (rückwirkende Steuer auf Investments), Bulgarien (Netzzugangssteuer), Griechenland (Steuer auf bereits installierte und neue Systeme), die belgische Region Flandern (rückwirkende Netzzugangssteuern) und Spanien (Steuern auf alle Gewinne von Stromproduzenten).

Laut EurObserv’ER wurde 2012 in der Europäischen Union eine Kapazität von 16.520 MWp neu angeschlossen, ein Rückgang von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ende 2012 betrug damit die bislang in der Europäischen Union installierte Kapazität 68.647 MWp. Dies entspricht einer PV-Kapazität von 136,3 Wp pro Kopf. Diese zusätzliche Kapazität führte natürlich zu einem Anstieg des produzierten PV-Stromertrags, der gegenüber 2011 um 50,1 Prozent auf nun 68,1 TWh wuchs. Der Ertrag ist jetzt dreimal so hoch wie 2010 und die Solarenergie deckt gegenwärtig mehr als 2 Prozent des Stromverbrauchs in der Europäischen Union.

Die PV-Kapazität pro Kopf beträgt in der Europäischen Union (EU) nunmehr 136,3 Wp pro Einwohner. Führende EU-Länder sind Deutschland (399,5 Wp/Einw.), Italien (269,0 Wp/Einw.) und Belgien (240,0 kW/1000 Einw.). Auch die Tschechische Republik, Griechenland und Bulgarien haben eine relativ hohe PV-Kapazität pro tausend Einwohner.

Neben den Daten des Jahres 2012 für jedes EU-Mitgliedsland werden im neuen Barometer außerdem Politiken im Bereich der PV thematisiert, die Entwicklungen in ausgewählten Ländern beleuchtet und führende Unternehmen analysiert. Abschließend wird der tatsächliche Ausbau mit den nationalen Aktionsplänen für erneuerbare Energie verglichen.

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