Eine Warnung vor drastischen Auswirkungen des Klimawandels
Am vergangenen Dienstag, dem 01. April, wurden die Ergebnisse des fünften Sachstandsbericht des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change: https://bsw.li/1hB2E4g) der Arbeitsgruppe 2 für „Folgen, Anpassung, Verwundbarkeit“ in Berlin vorgestellt. Der Weltklimabericht erscheint alle fünf Jahre und fasst dabei die vorhandenen wissenschaftlichen Ergebnisse zum Klimawandel zusammen. Der Bericht muss von den beteiligten Staaten verabschiedet werden. Vom 25. – 30. März fand dazu die IPCC-Sitzung in Yokohama, Japan statt. In deren Rahmen Wissenschaftler, sowie politische Entscheidungsträger debattierten und zeilenweise über den neuen Bericht abstimmten. Neu am fünften Sachstandsbericht, gegenüber seinem Vorgänger, ist der Fokus auf Risiken des Klimawandels für Mensch und Umwelt, wobei diese eng mit Anpassungs- und Minderungsmaßnahmen verknüpft wurden.
Der Bericht gibt Einblicke in globale Anpassungsstrategien die zurzeit angewendet werden und beschreibt die zukünftigen Risiken, die durch die globale Erwärmung drohen. Außerdem werden die Folgen des Klimawandels in dem neuen Report, auf eine regionale Ebene heruntergebrochen. Es werden insgesamt neun Regionen vorgestellt, unter anderem auch Europa. Darüber hinaus gibt es ein spezifisches regionales Kapitel über Ozeane, welches ebenfalls eine Neuerung darstellt.
Kernaussagen des Berichts betreffen die bereits aktuell zu beobachtenden Folgen des Klimawandels für Ökosysteme, Gesellschaft und Wirtschaft, sowie unterschiedliche Klimaszenarien bei einer Erwärmung von 2°C bzw. 4°C. Die Szenarien kommen zu dem beunruhigenden Ergebnis, dass bereits das gesetzte Mindestziel, die Erwärmung auf 2°C zu begrenzen, gravierende Folgen für eine Vielzahl von Arten haben wird und die Anpassungsfähigkeit von Öko-Systemen bereits überschritten werden könnte. In Anbetracht bisher fehlender ambitionierter Klimaschutzmaßnahmen, wird nach Aussage des fünften Sachstandsberichts, ein globaler Temperaturanstieg um 4 °C immer wahrscheinlicher, wodurch die Gefahr für unumkehrbare Effekte auf Ökosysteme deutlich steigt.
Durch die Einführung neuer Bewertungskriterien für Quellen, trägt der IPCC-Bericht der bisherigen Kritik an mangelnder Transparenz der verwendeten Daten Rechnung. Ein „Robustheitsbarometer“, sowie eine qualitative Bewertung der Ergebnisse, soll Aussagen über die Wahrscheinlichkeit des Eintretens vorhergesagter Szenarien belastbarer machen.
Kommende Woche Montag wird der IPCC-Sachstandsbericht der Arbeitsgruppe 3, an der TU Berlin vorgestellt (http://www.tu-berlin.de/ipcc). Hier stehen der Klimaschutz, sowie politische und technologische Maßnahmen zur Minderung der Auswirkungen durch Klimawandel und globale Erwärmung im Mittelpunkt.
Weitere Informationen zum neuen IPCC-Sachstandsbericht finden Sie unter: http://www.ipcc-wg2.gov