2015 wurden mehr als 100.000 neue Solarwärmeanlagen installiert / Neubauten können aktuelle Baustandards in der Regel nur noch mit Erneuerbaren Energien erreichen / 3.600 Euro Zuschuss für solare Heizungsmodernisierung / Seit Jahresbeginn 20 Prozent höhere Förderung auch für Nachrüstung von Solaranlagen / Belebung der Nachfrage erwartet
Im vergangenen Jahr sind in Deutschland rund 100.000 neue Solarwärmeanlagen installiert worden. Insgesamt sind hierzulande bereits mehr als zwei Millionen Solarwärmeanlagen in Betrieb. Das teilen der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) und der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) mit.
Im Jahr 2015 verzeichnete die Branche aufgrund niedriger Ölpreise zwar einen Rückgang des Kollektorabsatzes von rund 10 Prozent, im letzten Quartal drehte die Nachfrage jedoch ins Plus. Beide Verbände hoffen für dieses Jahr auf eine weitere Marktbelebung infolge deutlich verbesserter staatlicher Zuschüsse und einer Verbesserung der Wärmestandards im Neubau. Nach der jüngsten Anhebung der Anforderungen in der Energieeinsparverordnung zu Jahresbeginn dürfte Solartechnik hier ab sofort zum Heizstandard werden. In Kombination mit einem effizienten Brennwertkessel bietet sie Bauherren eine besonders preiswerte Möglichkeit, die neuen gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen. Weitere Wachstumsimpulse könnten für die Solartechnik von einem Heizungslabel ausgehen, das seit September 2015 für neue Heizungen verpflichtend ist und Verbrauchern den Energieverbrauch ihrer Heizung transparenter macht. Ab Anfang 2016 müssen schrittweise auch alte Heizungen gekennzeichnet werden. Die Bundesregierung erhofft sich, damit den Umstieg auf Solar- und andere EE-Heizungen zu beschleunigen.
"Das Verbraucher-Interesse an Klimaschutz, Unabhängigkeit und Preisstabilität ist hoch – unabhängig vom vorübergehenden Ölpreis-Tief", sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft. "Wir rechnen mit einem Anziehen der Nachfrage sowohl im Neubau wie auch im Gebäudebestand. Dank der niedrigen Finanzierungskosten und der attraktiven Förderkonditionen ist jetzt der optimale Zeitpunkt, in die zuverlässige und millionenfach erprobte Solartechnik zu investieren", sagt Körnig. Der staatliche Zuschuss für die solare Heizungsmodernisierung eines Eigenheims betrage in der Regel mindestens 3.600 Euro.
"Wer neu baut oder die alte Heizung austauscht, sollte auf ein modernes Heizungssystem setzen, das Effizienz und Erneuerbare Energien miteinander koppelt. Besonders Gas- und Ölbrennwerttechnik, Wärmepumpen oder Pelletheizungen in Kombination mit Solarthermie kommen hier als optimale Lösungen in Betracht. Gegenüber der Altanlage sparen solche hybriden Heizungen bis zu 50 Prozent an Energie", sagt Andreas Lücke, Hauptgeschäftsführer des BDH.
Die Bundesregierung hat die Förderkonditionen für den Einbau von Solarheizungen erst kürzlich deutlich verbessert. Die Nachfrage nach den beim Bundesamt für Wirtschaft erhältlichen Zuschüssen zog Ende 2015 deutlich an: In den letzten beiden Monaten des Jahres stiegen die Antragszahlen gegenüber den Vorjahresmonaten um durchschnittlich 37 Prozent.
Weitere Informationen über die Solartechnik und die staatliche Förderung, einen kurzen Infofilm zum Thema sowie eine Handwerkersuche bietet die Seite www.solartechnikberater.de.
Hintergrund:
Am 1. Januar 2016 ist eine Verschärfung der Energieeinsparverordnung (EnEV) in Kraft getreten. Für Neubauvorhaben heißt das: Der maximal zulässige Primärenergiebedarf für Heizung, Warmwasser, Kühlung und Lüftung sank um 25 Prozent. Bauherren kommen ab diesem Zeitpunkt faktisch nicht mehr ohne den Einsatz Erneuerbarer Energien aus. Besonders kosteneffizient lassen sich die neuen gesetzlichen Standards in der Regel durch die Kombination einer Solaranlage mit einem Gas-Brennwertkessel erfüllen. Am klimafreundlichsten dürfte meist die Kombination einer Solaranlage mit einer Pelletheizung sein.
Auch bei Bestandsbauten lohnt die Nachrüstung einer Solaranlage nicht nur im Falle einer Heizungsmodernisierung meist. Die Bundesregierung macht darauf ab 2016 unter anderem mit der Einführung eines neuen Effizienzlabels (A++ bis E) aufmerksam. Mit dem aus anderen Produktbereichen bereits bekannten Kennzeichnungssystem sollen nach und nach auch alte Heizungsanlagen gekennzeichnet werden. Solarinstallateure dürfen dieses Label ab sofort ausstellen, ab 2017 auch die Schornsteinfeger.
Das könnte Sie auch interessieren
BayWa r.e. verkauft 121 MWp Solarportfolio in Großbritannien an Capital Dynamics
München/Edinburgh, 4. Dezember 2025: BayWa r.e. gibt den erfolgreichen Verkauf zweier britischer Solarparks – Clump Solar Farm und Yanel Solar…
The Smarter E Award 2026: Bewerbungsphase beginnt
Innovationen, die die Energiezukunft gestalten: Der The smarter E AWARD 2026 geht in die nächste Runde. Ab dem 1. Dezember…
Agri-Photovoltaik: Doppelte Nutzung für eine nachhaltige Zukunft
Die Landwirtschaft steht vor großen Herausforderungen: Klimawandel, steigende Betriebskosten und gesellschaftliche Erwartungen verlangen neue Ansätze für eine nachhaltige Bewirtschaftung. Eine…
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie müssen den Inhalt von hCaptcha - Formidable laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Newsletter2Go. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.