Ergebnisse der 4. Solarpark-Auktion

Statement von BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig

Solarstrom von der freien Fläche und Biodiversität

Solarstrom von der freien Fläche und Biodiversität

Quelle: BSW-Solar/FirstSolar

2010 war das Jahr der Biodiversität. Gerade Solarparks können Inseln der Artenvielfalt sein, wie zum Beispiel im Solarpark Salmdorf bei München. Die Freiflächenanlage hat eine Kapazität von 1 Megawatt. Auf einer Fläche von 3,8 Hektar wird nicht nur dank moderner Dünnschichtmodule sauberer Sonnenstrom geerntet. Auch seltene Pflanzen finden hier ein Refugium.

"Die Ergebnisse der 4. Solar-Auktion sind beachtlich. Vom Preisniveau erreichen wir jetzt das Niveau von Windkraft an Land! Das zeigt: Mit einem deutlich stärkeren Photovoltaikausbau ließe sich die Energiewende Hand in Hand mit der Windkraft preiswert realisieren. Stattdessen drohen die Photovoltaik-Ausbauziele in diesem Jahr jedoch zum dritten Mal deutlich verfehlt zu werden. Dies steht in eklatantem Widerspruch zu den Klima- und Energiewende-Zielen der Bundesregierung.

Die vielfache Überzeichnung der vier PV-Ausschreibungen belegt, dass sich das Auktionsvolumen ebenerdiger Solarparks problemlos verdoppeln ließe, ohne den Preis nennenswert zu erhöhen. Wenn dies mit einer Öffnung der Flächenkulisse einhergehen würde, würden die Kosten weiter sinken. Solarparks lassen sich erfahrungsgemäß auf landwirtschaftlichen Flächen deutlich günstiger realisieren als auf Konversionsflächen. Umso unverständlicher ist es, dass nur zehn derartige landwirtschaftliche Standorte im Jahr genutzt werden können und dieses Potenzial nunmehr bereits erschöpft ist.

Grundsätzlich sind alle Ergebnisse der ersten vier Ausschreibungsrunden noch mit Vorsicht zu genießen. Weiterhin unklar ist, welche bezuschlagten Projekte tatsächlich realisiert werden. Die Realisierungsquote ist bisher hoffentlich nur deswegen so gering, weil die Auktionsgewinner auf einen weiteren Rückgang der Systemkosten hoffen und sich daher Zeit lassen.

Langfristig wird man bei Auktionen nur mit Portfoliovorteilen zu den Gewinnern zählen. Bürger- und genossenschaftliche Projekte dürften auf Dauer keine Chance haben. Nicht zuletzt deshalb fordern wir im Rahmen der anstehenden Überarbeitung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes bei Photovoltaikanlagen unterhalb von einem Megawatt unbedingt auf Ausschreibungen zu verzichten. Die EU-Kommission bietet ausdrücklich diesen Spielraum.

Um eine breite Akteursstruktur und Akzeptanz der Energiewende zu sichern, müssen Ausschreibungen auf große Solarparks begrenzt bleiben. Nach übereinstimmender Auffassung der meisten Energie- und Finanzexperten würden Auktionsmechanismen für PV-Anlagen auf Dächern scheitern. Die deutlich komplexeren und heterogeneren Projekt- und Investorenstrukturen, Finanzierungs- und Planungsprozesse erfordern hier unbedingt die Beibehaltung des derzeitigen EEG-Mengen- und Preisfindungsmechanismus."

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