Natur- und Denkmalschutz: In der Blütenstadt Blankenburg gehört beides zusammen
Die Agentur für Erneuerbare Energien zeichnet im März die Stadt Blankenburg als Energie-Kommune des Monats aus.
Aufgrund der langen Tradition in der Obstbaumzucht kann sich Blankenburg im Harz als Blütenstadt rühmen. Die Stadt in Sachsen-Anhalt hat neben vielen touristischen Zielen in der Natur auch zunehmend mehr Mieterstrom auf den Dächern und nachhaltige Mobilität zu bieten.
Im Jahr 2020 hat die Stadt das Energie- und Klimaschutzkonzept für den denkmalgeschützten Altstadtkern finalisiert, der von fachwerklichen Gebäuden aus dem 18. und 19. Jahrhundert geprägt ist. Das Quartierskonzept bietet eine energetische Betrachtung der Altstadt mit dem Ziel, die Steigerung der Energieeffizienz der Gebäude und der Infrastruktur zu entwickeln und umzusetzen. Priorisiert werden Beratungen zu den Themen energetische Sanierung und Energieträgerwechsel. „Die Blütenstadt Blankenburg zeigt mit ihrem Engagement, dass Erneuerbare Energien mit Denkmalschutz, Tourismus und nachhaltiger Mobilität im Einklang stehen können,“ sagt Dr. Robert Brandt, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien e.V. (AEE).
Sonnige Aussichten: Photovoltaik-Ausbau auf ehemaligen Deponie-Flächen
An sonnigen Sommertagen wird durch die Photovoltaik-Anlagen in Blankenburg bereits mehr Strom in das Netz eingespeist, als in der Stadt mit etwa 20.000 Einwohmer*innen verbraucht wird. Der Photovoltaik-Ausbau reduziert nicht nur CO2- Emissionen, sondern lässt sich auch gut mit dem Naturschutz vereinbaren. Ein Beispiel dafür ist die Auswahl der Flächen für die Freiflächen-Photovoltaik: Die Stadt weist seit Jahren Flächen von ehemaligen Deponien dafür aus, sodass die Bodennutzung sparsam ist und gleichzeitig ein effizientes Nachnutzungskonzept für Deponie-Flächen angewendet wird.
Im Jahr 2018 wurde im Neubaugebiet Regenstein zudem das erste Mieterstromprojekt realisiert. Auf dem Dach eines Mehrfamilienhauses wird durch eine Photovoltaik-Anlage mit etwa 17 Kilowatt peak erneuerbarer Strom gewonnen, welcher direkt von den Mieter*innen der zehn Wohnungen im Haus genutzt werden kann. Das freiwillige Angebot ermöglicht es den Mieter*innen, sich unabhängiger von steigenden Strompreisen zu machen und den Ausbau Erneuerbarer Energien zu unterstützen. Die geplanten Mieterstromprojekte im Regenstein und dem Oesig sollen zudem Anreize für die Elektromobilität schaffen, indem Ladesäulen errichtet werden.
„Es ist ein zukunftsorientiertes Ziel der Stadt, die Möglichkeiten der Erneuerbaren Energien mit den Werten des Naturschutzes und des Denkmalschutzes in Einklang zu bringen,“ so Madeleine Bürger, Fachbereichsleiterin der Stadtentwicklung in Blankenburg.
Mobil in der Blütenstadt
Für die Einwohner*innen und den Tourismus in Blankenburg soll auch der Fahrradverkehr attraktiver werden: Die eigens entwickelte App „BlankenBike“ zeigt Rundwege sowie kurze Verbindungswege zwischen der Kernstadt und den sieben Ortsteilen an. Die Stadt treibt dementsprechend auch den Ausbau der Radwege voran. Zudem wurden für die Stadtverwaltung zwei Pedelecs als Diensträder erworben.
Im Stadtgebiet wurden sieben Ladesäulen für Elektroautos 2020 in Betrieb genommen und erfreuen sich bereits großer Beliebtheit. Zudem wird auch das Blankenburger Ordnungsamt zum Vorbild: Ein Elektroauto verstärkt bereits die Dienstflotte.
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