Photovoltaik

 

Photovoltaik

Experteninterview mit Hans Weinreuter

Solarstrom für Haushalte weiter attraktiv

Hans Weinreuter ist Energiereferent bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Der Energieexperte ist Autor zahlreicher Verbraucherinformationen und regelmäßiger Gast bei verschiedenen Verbrauchersendungen.

Lohnt sich eine Photovoltaikanlage überhaupt noch?

Durchaus, wenn die ganzen Rahmenbedingungen stimmen, also optimale Dachneigung, Südausrichtung, keine Verschattung und wenn Montage und Netzanschluss mit normalem Aufwand zu realisieren sind. Dann ist die Anlage mit einem entsprechenden Anteil Eigenverbrauch wirtschaftlich zu betreiben. Bei der Anlagengröße zählt anders als früher nicht mehr die schiere Größe – man orientiert sich jetzt eher am Jahresstromverbrauch des Haushalts, um einen möglichst hohen Eigenverbrauchsanteil zu erreichen. Der direkte Eigenverbrauch im Haus und bei größeren Anlagen auch die Vermarktung an Dritte nehmen immer mehr an Bedeutung zu.

Welche Modularten sind angeraten?

Die kristallinen Module erzielen nach wie vor die besten Erträge bezogen auf die Fläche und sind am weitesten verbreitet. Wer ausreichend Dachfläche zur Verfügung hat oder eine spezielle Optik braucht, greift sicherlich auch gerne auf Dünnschichtzellen zurück.

Wie erkenne ich Qualität bei Material und Handwerkerleistung?

Es geht schon bei der Angebotseinholung los: Achten Sie darauf, dass das Angebot möglichst detailliert alles ausweist was für die Anlage erforderlich ist. Produkte namhafter Hersteller mit langjähriger Erfahrung sind wichtige Kriterien, um Qualität zu bekommen. Achten Sie darauf, dass Sie von Ihrem Handwerker einen Photovoltaik-Anlagenpass und beim Einbau eines Stromspeichers auch einen Speicherpass bekommen. Der Bundesverband der Solarwirtschaft (BSW) bietet diese Pässe den Handwerkern als Formular an.

Sie sprechen die Stromspeicherung an: Wieso macht das Sinn und welche Speichertypen gibt es da?

Die Stromspeicherung bietet den Vorteil, dass man den Eigenverbrauch des selbst erzeugten Stroms auf rund 60 Prozent steigern kann. Wenn Sie keinen Speicher haben, erzielen Sie mit bewusstem Verbrauch während der Sonnenscheindauer bis zu 30 Prozent. Die aktuell noch recht hohen Kosten für die Speicher werden durch das KfW-Speicherprogramm attraktiver. In der Regel werden heute Bleibatterien oder Lithium-Ionen-Akkus angeboten, die eine höhere Lebensdauer besitzen. Im individuellen Fall ist hier immer eine Fachberatung sinnvoll und wichtig.

Angenommen ich habe kein eigenes Dach, was kann ich dann machen, um von Solarstrom zu profitieren?

Sie könnten sich mit anderen Solarfreunden zusammenschließen und beispielsweise eine Energiegenossenschaft gründen oder sich bei einer bestehenden finanziell beteiligen. Wenn Sie Mieter sind, können Sie auch Ihren Vermieter für das Thema interessieren. Der Möglichkeiten gibt es hier viele.


Weitere Informationen im Internet unter www.energieberatung-rlp.de und www.solartechnikberater.de

 

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