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17.07.2017

asset und BayWa eröffnen Deutschlands erste Effizienzhaus Plus-Siedlung

Von: BayWa r.e.

13 Hauseinheiten produzieren mehr Energie als verbraucht wird

In Hügelshart bei Augsburg steht Deutschlands erste Effizienzhaus Plus-Siedlung: Nach knapp anderthalb Jahren Bauzeit wurde die Siedlung am 14. Juli feierlich eröffnet. Das Besondere: Die 13 Hauseinheiten, neun Einfamilienhäuser und vier Doppelhaushälften, produzieren mehr Energie, als deren Bewohner im Jahresdurchschnitt für den Alltag verbrauchen. Die Siedlung wurde nach den Kriterien des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Bau für Effizienzhaus Plus-Häuser erstellt. Das Bauprojekt an der Nördlichen Greinerstraße wurde von der asset bauen wohnen gmbh in Kooperation mit der BayWa AG realisiert und steht exemplarisch für eine wohngesunde, energieeffiziente und zugleich wirtschaftliche Bauweise. Zur Eröffnungsfeier kamen auch Bayerns Wirtschaftsstaatssekretär Franz Josef Pschierer, Dr. Klaus Metzger, Landrat des Landkreises Aichach-Friedberg, und Friedbergs Bürgermeister Roland Eichmann. Begleitet wurde die Eröffnung von einer Fachtagung und einer Podiumsdiskussion zum Thema "Effizienzhaus Plus". Auf dem anschließenden Tag der offenen Tür konnten Interessenten die Siedlung besichtigen und sich über das besonders nachhaltige Baukonzept informieren.

Die asset bauen wohnen gmbh und die BayWa AG begrüßten die Gäste und bedankten sich bei allen Projektbeteiligten für den bisherigen Einsatz am Bauprojekt. "Mit den Effizienzhaus Plus-Häusern zeigen wir, dass eine energieeffiziente und wohngesunde Massivbauweise auch wirtschaftlich sein kann. Die Siedlung in Hügelshart beweist, dass eine hoheEnergieunabhängigkeit auf breiter Basis möglich ist", so Bernhard Jakob, Geschäftsführer der asset bauen wohnen gmbh. Die Siedlung sei das Ergebnis einer konstruktiven Partnerschaft zwischen der asset bauen wohnen gmbh und der BayWa AG: "Wir waren beide von Anfang an von der Zukunftsfähigkeit der Siedlung überzeugt. Um ein wirtschaftliches und kalkulierbares Effizienzhaus Plus zu bauen, wie es nun in Hügelshart steht, haben wir viel Zeit investiert – und wir können jetzt schon sagen, dass sich der Einsatz gelohnt hat", so Alexander Fenzl, Bereichsleiter Hochbau bei der BayWa AG.

Bayerns Wirtschaftsstaatssekretär Franz Josef Pschierer bescheinigte dem Projekt Vorbildcharakter. Er gratulierte allen aktuellen und künftigen Hausbesitzern zu ihrer klugen Investition in Energieeffizienz, innovative Technik und eine hohe Lebensqualität. "Die Energiewende ist keine reine Stromwende. Auch Wärme spielt eine große Rolle. Eine moderne Bauweise und innovative Technologien - wie sie hier in Hügelshart vorzufinden sind - leisten einen wichtigen Beitrag zur Strom- und Wärmewende", betonte Staatssekretär Pschierer.

In Friedberg kam das Energiekonzept der Effizienzhaus Plus-Häuser gut an: Vier Häusereinheiten wurden über das Einheimischen-Modell vergeben. Friedbergs Bürgermeister Roland Eichmann freut sich über die entstandene Siedlung: "Die Effizienzhaus Plus-Siedlung ist richtungsweisend für das energieeffiziente Bauen. Das Konzept findet einen Weg, gutes Bauen und Energieeffizienz optimal in Architektur umzusetzen. Für uns ist es eine Referenz." Eichmann hob hervor, dass die Siedlung im Einklang mit Friedbergs Zielen im Städtebau und bei der Energieeffizienz stehe und einen Mehrwert für die Region bringe. "Mit der traditionellen Bauweise wurden gezielt Handwerk, Dienstleister, Handel und Industrie aus der Region angesprochen", so Eichmann.

Mit ihrer hohen Energieautarkie seien die Häuser vor allem eines: zukunftssicher. Das betonte Georg Polz, der das Projekt von Seiten der BayWa betreut. Die Energie wird über eine Photovoltaik(PV)-Anlage auf den nach Süden ausgerichteten Hausdächern gewonnen. Gespeichert wird sie in einer Lithium-Ionen-Batterie sowie - in Wärme umgewandelt - in einem thermischen Wasserspeicher. Ein hauseigenes Energiemonitoring steuert alle Anlagenkomponenten automatisch und sorgt für eine optimale Nutzung des PV-Stromertrags. "Auf das Gesamtjahr betrachtet, können sich die Effizienzhaus Plus-Häuser in Hügelshart so vorwiegend selbst mit Energie versorgen und überschüssigen Strom ins Netz einspeisen oder damit ein Elektroauto direkt am Haus aufladen. Der Großteil des Energieüberschusses konzentriert sich auf die Sommermonate. Im Winter reichen der PV-Ertrag sowie die Speichersysteme nicht ganz aus, so dass hier mit Netzstrom ausgeholfen wird. Trotzdem ergibt sich für die Effizienzhaus Plus-Häuser auf das Gesamtjahr gesehen eine Energieunabhängigkeit von etwa 70 Prozent", erklärte Polz.

"Neu im Vergleich zu anderen Effizienzhaus-Projekten ist die Zusammenstellung der Produkte", erläuterte Elke Dehlinger von der BayWa r.e. Die auf erneuerbare Energien spezialisierte BayWa Tochter steuerte beim Projekt die Anlagenkonzeption bei. "Unsere Anlagenkonzeption setzt ganz bewusst auf die Verwendung von vielfach am Markt erprobten Standardkomponenten und deren optimal aufeinander abgestimmte Kombination. Das bringt den Vorteil der Zuverlässigkeit, aber auch eine gute wirtschaftliche Komponente, und zwar ohne Abstriche bei der angestrebten hohen Energieautarkie."

Mit ihrem niedrigen Energiebedarf, einer hohen solaren Deckung über die eigene Energieerzeugung und einem intelligenten Energiemanagement erfüllen die Massivhäuser der Effizienzhaus Plus-Siedlung bereits heute die Anforderungen, die gemäß EU-Gebäuderichtlinie ab 2021 für energieeffiziente Neubauten gelten. Neubauten müssen dann als "Niedrigstenergiehäuser" gebaut werden. Allein durch die Gebäudehülle und die Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sind die Häuser ausgesprochen energieeffizient. Eine monolithische Außenwandkonstruktion aus Ziegelsteinen mit hochwärmedämmendem Kern und Fenster mit dreifacher Wärmeschutzverglasung sorgen außerdem für einen niedrigen Energieverbrauch.

Das Herzstück der Wärmeerzeugung ist eine Kombination aus Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Inverter-Technologie und thermischem Wasserspeicher. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe, die vorrangig mit Strom aus der PV-Anlage betrieben wird, erwärmt das Wasser im Speicher für die Heizungsanlage. Eine Klimadecke, die sowohl wärmen als auch kühlen kann, verteilt die Wärme im Haus und nutzt dabei das Prinzip der Strahlungswärme, ähnlich wie die Sonne: Die auf Wände und Boden treffende Strahlungsenergie erwärmt die Bauteile. Da solarer Strom nicht durchgängig verfügbar ist, wird die Wärme auch über ein ausgewogenes System aus Heizkreispuffer- und Batteriespeicher erzeugt. Das Warmwasser wird ebenfalls mit Hilfe der Wärmepumpe erzeugt und in einem Speicher mit 235 Litern bevorratet. Die Wohnhäuser sind nicht nur in einem hohen Grad energieeffizient, sondern auch nach den Kriterien der Wohngesundheit gebaut. Um eine gesunde Raumluft zu garantieren, wurden für den Innenausbau ausschließlich geprüft schadstoffarme Baumaterialien verwendet. Der Einsatz emissionsarmer Baustoffe und deren richtige Verarbeitung tragen zu einem gesunden Raumklima bei. Eine zentrale Lüftungsanlage sorgt durch den notwendigen Luftaustausch für konstant niedrige CO2-Werte und eine gute Raumlufthygiene. Jedes Haus wird nach der Fertigstellung in Kooperation mit dem Sentinel Haus Institut und dem TÜV Rheinland hinsichtlich Wohngesundheit geprüft und zertifiziert.

Die Effizienzhaus Plus-Siedlung und mögliche Folgeprojekte leisten einen aktiven Beitrag zur Weiterentwicklung des energieeffizienten und emissionsarmen Wohnungsbaus. Das Projekt steht im Kontext der Energiewende und der Erreichung der Klimaschutzziele bis 2020. Bis 2050 strebt die Bundesregierung sogar einen "klimaneutralen Gebäudestand" an. Die Effizienzhaus Plus-Siedlung leistet das bereits heute.

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