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28.06.2019

Erneuerbare als Wirtschaftsmotor: Kappel macht sich unabhängig

Von: Agentur für Erneuerbare Energien

Agentur für Erneuerbare Energien zeichnet die Gemeinde Kappel als Energie-Kommune des Monats aus.

Erneuerbare Energien haben im Rhein-Hunsrück-Kreis Tradition. Die Gemeinde Kappel mit ihren 470 Einwohner*innen betreibt eine landwirtschaftliche Biogasanlage, einen Windpark und ein Nahwärmenetz. "Kappel steht symbolisch für den Erfolg des ganzen Kreises, der sich auch international zum Vorbild für die dezentrale Energiewende entwickelt hat", sagt Nils Boenigk, stellvertretender Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE), anlässlich der Bekanntgabe der Energie-Kommune des Monats.

In Kappel haben Bürger*innen eine Energiegenossenschaft gegründet, die ein Nahwärmenetz betreibt und vier Jahre nach ihrer Gründung 100 Mitglieder hat. An dieses Netz sind heute über zwei Drittel des Dorfes angeschlossen, in diesem Jahr kommen zehn weitere Haushalte dazu. Frank-Michael Uhle, Klimaschutzmanager im Rhein-Hunsrück-Kreis, hat dieses und weitere Projekte im Kreis betreut und vorangetrieben. Er ist davon überzeugt, dass die Energiewende in ländlichen Regionen gerade dann gelingt, wenn die Menschen sowohl in Entscheidungen einbezogen werden, als auch von Gewinnen profitieren: "Beteiligung ist eine Frage der Fairness und schafft gleichzeitig Akzeptanz für die Transformation, die wir so dringend brauchen", sagt Uhle.

Da das Nahwärme-Projekt Kappel importiertes Öl durch lokale Biomasse ersetzt, bleiben geschätzte 3,4 Millionen Euro während der 20-jährigen Laufzeit in der Region. Zudem werden durch den Bau von regenerativen Energieanlagen Firmen und Handwerker*innen aus dem Kreis beschäftigt. "Was wir früher für Energieimporte ausgegeben haben, bleibt jetzt bei uns, wurde in Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung umgewandelt", sagt Marlon Bröhr, Landrat im Rhein-Hunsrück-Kreis: "Erneuerbare Energien sind ein wichtiger Wirtschaftsmotor."

"Klimaschutz und regionale Wirtschaftsentwicklung sind für uns eine Einheit" ergänzt Umweltministerin Ulrike Höfken, "deshalb hat das Umweltministerium das Nahwärmenetz in Kappel mit einem Investitionszuschuss von mehr als 160.000 EUR aus seinem Programm 'Zukunftsfähige Energie-Infrastrukturen' (ZEIS) gefördert."

Die Dorfbewohner*innen profitieren aber nicht nur vom Nahwärmenetz und der landwirtschaftlichen Biogasanlage, in der regionale nachwachsende Rohstoffe vergoren werden, sondern auch von dem Windpark. Mittlerweile sind 17 Windkraftanlagen auf der Kappeler Gemarkung in Betrieb. In 20 Jahren nimmt die Gemeinde dadurch etwa 5,6 Millionen Euro durch Pacht und Wegenutzung ein, die der Bevölkerung zu Gute kommen, weil es die Gemeindekasse füllt.

Der Rhein-Hunsrück-Kreis hat seinen CO2-Ausstoß im stationären Bereich (Strom, Wärme und Abfall) von 680.000 Tonnen jährlich auf bilanziell null gesenkt – und sich damit zu einem internationalen Vorbild entwickelt. Deshalb wurde er von der AEE im November 2018 zur Energie-Kommune des Jahrzehnts gekürt. Um das Engagement des Kreises zu würdigen und die vielen guten Praxisbeispiele aufzubereiten, stellt die AEE in den Sommermonaten drei Gemeinden aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis als Energie-Kommunen des Monats vor: Kappel, Schnorbach und Mörsdorf.

Weitere Infos zu Erneuerbaren im Rhein-Hunsrück-Kreis finden Sie hier: www.kreis-sim.de

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