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29.04.2019

Vom Winde vereint

Von: Agentur für Erneuerbare Energien

Agentur für Erneuerbare Energien zeichnet die Gemeinde Bordelum als Energie-Kommune des Monats aus.

Eine Brise Wind weht in der Gemeinde Bordelum immer. In Nordfriesland gelegen, zwischen Stollenberg und Schwemmland, nutzen die rund 2.000 Bürgerinnen und Bürgergemeinsam die Kraft des Windes. "Bürgerbeteiligung, demokratische Prozesse und ein nachhaltiges Management der Windenergie durch Repowering sind in Bordelum keine Seltenheit, sondern vorbildlicher Standard", sagt Nils Boenigk, stellvertretender Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE), anlässlich der Bekanntgabe der Energie-Kommune des Monats.

Repowering ist ein Nachnutzungskonzept von Erneuerbaren Energien nachdem die Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ausgelaufen ist. Windenergieanlagen, die rund 20 Jahre in Betrieb waren, werden durch neue und leistungsstärkere Windenergieanlagen getauscht. Nachdem in Bordelum vier Windparks mit der Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern gebaut wurden, haben sich die Gesellschafter im Jahr 2012 für Repowering entschieden: Insgesamt sind acht Windenergieanlagen ersetzt worden. "Die Energiewende schaffen wir gemeinsam. In Bordelum leben wir den Wind tagtäglich", betont Karen Hoff, Geschäftsführerin der Bürgerwindparks.

Eine der ersten älteren Windenergieanlagen bleibt jedoch bestehen und wird Teil des neuen Projekts "Schaufenster Dörpum". Im Quartierskonzept für den Ortsteil Dörpum ist geplant, die Windenergie in der Wärmeversorgung zu nutzen. Überschüssiger Windstrom wird zur Elektrolyse eingesetzt. Dabei wird Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten und so als erneuerbares Gas im Gasnetz gespeichert. Das "Schaufenster Dörpum" ist das Innovationsprojekt für den ganzheitlichen Ansatz der Energie-Kommune. Ziel ist es, die Energieversorgung in der Gemeinde zu 100 Prozent auf Erneuerbare Energien umzustellen. Deshalb steht auch der Wärmesektor mit auf der Agenda. Die Biogasanlage, die in Bürgerhand ist, wird mit Hilfe eines Wärmespeichers dem Bedarf der Bürgerinnen und Bürger angepasst. Im Winter hilft dieser, um auch die Spitzenlast zu tragen. Im Sommer versorgt die Biogasanlage das öffentliche Schwimmbad mit Wärme - die Bürgerinnen und Bürger zahlen deshalb weniger Eintritt und genießen gleichzeitig die angenehme Wassertemperatur.

Das Schlüsselwort der Energiewende lautet nach wie vor Bürgerbeteiligung. "Wir sind stolz auf das langjährige Engagement unserer Bürgerinnen und Bürger und stehen voll und ganz hinter der Energiewende", sagt Bürgermeister Peter Reinhold Petersen zur Auszeichnung der Energie-Kommune des Monats.

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