Schwacher Photovoltaik-Jahresauftakt

Nach Angaben des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar) wurden im ersten Quartal dieses Jahres neue Solarstromanlagen mit einer Leistung von rund 3,5 Gigawattpeak neu in Betrieb genommen – rund sechs Prozent weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Dies gehe aus Daten der Bundesnetzagentur hervor. Insbesondere die Nachfrage nach Solarstromanlagen im Heimsegment war – wie bereits im Vorjahr – in den ersten drei Monaten spürbar rückläufig (-21%). Der BSW-Solar warnte vor diesem Hintergrund erneut vor weiteren Einschnitten bei der Förderung von Solarstromanlagen, wie sie Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche insbesondere für Photovoltaik-Dachanlagen plant, die ab 2027 in Betrieb gehen. Mit dem Solarspitzengesetz war es bereits Anfang letzten Jahres zu einer Verschlechterung der Rahmenbedingungen für die Solarenergie gekommen.

Für die nächsten Wochen rechnet die Interessenvertretung der Solarbranche mit einer zumindest leichten Belebung der Nachfrage infolge der jüngsten Energiekrise und aufgrund von Vorzieheffekten in Erwartung möglicher Fördereinschnitte. „Eine vorübergehende solare Sonderkonjunktur, sollte sie kommen, ersetzt keine verlässlichen Investitionsbedingungen“, erklärt der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft, Carsten Körnig. Die erneute Energiekrise zeige, wie wichtig es sei, Deutschland mit Hilfe eines schnelleren Ausbaus von Erneuerbaren Energien und Speichern unabhängiger von teuren Energieimporten zu machen. „Wer bei der Solarenergie jetzt auf die Bremse tritt, schadet dem Wirtschaftsstandort und drosselt den in der Bevölkerung beliebtesten Energiepreisdämpfer“, so Körnig.

Details zu den Photovoltaik-Marktdaten im 1. Quartal 2026

Gemäß BSW-Auswertung des BNetzA-Marktstammdatenregisters vom 23. April belief sich der Zubau von PV-Anlagen mit Inbetriebnahmedatum im 1. Quartal 2026 auf rund 3,51 GWp Bruttoleistung. Der PV-Zubau in den ersten drei Monaten dieses Jahres lag damit insgesamt sechs Prozent unter dem Niveau des 1. Quartals 2025 zum vergleichbaren Vorjahresregistrierungszeitpunkt.

Im Detail verteilt sich der zum o.g. Auswertungszeitpunkt registrierte Zubau mit Inbetriebnahmedatum in den ersten drei Monaten 2026 wie folgt auf die Marktsegmente*:

– Heimsegment (PV-Gebäudeanlagen Leistungsklasse < 30 kWp): rund 0,85 GWp (-21 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum)

– Gewerbedachsegment (PV-Gebäudeanlagen Leistungsklasse > 30 kWp): rund 0,60 GWp (-33 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum)

– PV-Freiflächenanlagen, inklusive sonstiger Anlagen: rund 1,97 GWp (+20 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum)

– Steckerfertige Erzeugungsanlagen („Balkonsolar“): rund 0,09 GWp (-6 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum)

Die Daten basieren auf einer Auswertung des BSW-Solar der rund 143.000 PV-Einheiten, die mit Inbetriebnahmedatum im 1. Quartal 2026 zum Zeitpunkt der Auswertung im Marktstammdatenregister der BNetzA registriert waren (Stand Export Marktstammdatenregister: 23.04.2026, 05:00 Uhr). Eine Auswertung auf Basis des Inbetriebnahmedatums führt dazu, dass sich Angaben durch Nachmeldungen stärker verändern, entspricht jedoch den offiziellen „Statistiken ausgewählter erneuerbarer Energieträger zur Stromerzeugung“ der Bundesnetzagentur.

 

* Vergleich registrierter Inbetriebnahmen innerhalb identischer Registrierungszeiträume, um den verzerrenden Effekt von Nachmeldungen zu reduzieren.

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