Intersolar Europe: Volatilität im Griff – Hybridanlagen führen die Solarbranche in die nächste Phase

Der Solarausbau in der Europäischen Union (EU) schreitet weiter voran: Laut dem Think Tank Ember stammten im vergangenen Jahr bereits 30 Prozent des Stroms aus Sonne und Wind. Mit diesem Erfolg wachsen jedoch die Anforderungen an das Energiesystem.

Die entscheidende Aufgabe lautet längst nicht mehr, wie viel grüner Strom erzeugt wird, sondern wie er genau dann bereitsteht, wenn der Markt ihn braucht. PV Hybridanlagen entwickeln sich hierbei zum kritischen Erfolgsfaktor. Sie verknüpfen Erzeugung, Speicherung und Netzintegration direkt vor Ort. Erst die Kombination von Photovoltaik (PV) und Batteriespeichern (Battery Energy Storage System, BESS) sichert die Versorgung, entlastet die Netze und schützt Anlagenbetreiber vor teuren Abregelungen. Die Intersolar Europe, die weltweit führende Fachmesse für die Solarwirtschaft, rückt dieses Thema in den Mittelpunkt und zeigt vom 23. bis 25. Juni in der Messe München die passenden Technologien. Besucher erfahren, wie Photovoltaik, Batteriespeicher, Netze, Ladeinfrastruktur und Energiemanagement stabil zusammenspielen. Vertiefende Analysen bieten die Sessions der Intersolar Europe Conference und des Intersolar Forums. Die Intersolar Europe findet im Rahmen von The smarter E Europe statt, Europas größter Messeallianz für die Energiewirtschaft mit rund 2.800 Ausstellern und mehr als 100.000 Fachbesuchern.

 

PV-Hybridanlagen verbinden Solaranlagen und Großspeicher hinter einem einzigen Netzanschlusspunkt. Das macht das System flexibel. Solarstrom kann direkt ins Netz eingespeist oder zwischengespeichert und bei Bedarf ins Netz abgegeben werden. In der Mittagszeit und in den Sommermonaten erzeugen PV-Anlagen oft viel Strom. Das Überangebot überfordert die Netze, Anlagen müssen abgeregelt werden und die Preise an den Strombörsen sinken ins Negative – während genau dieser Strom am Abend fehlt, wenn der Verbrauch steigt. Die Lösung ist, Erzeugung und Speicherung miteinander zu kombinieren. Speicher machen erneuerbaren Strom besser planbar, glätten Preisspitzen und verringern den Bedarf an fossilen Kraftwerken. Für die Branche eröffnen sich neue Geschäftsmodelle bei der Planung, dem Betrieb und der Finanzierung von PV-Hybridanlagen. Das erneuerbare Energiesystem wird durch kombinierte Anlagen bezahlbar, wettbewerbsfähig und resilienter.

 

Europas Energieversorgung muss resilienter werden
Die Energieversorgung in der Europäischen Union (EU) ist noch immer abhängig von fossilen Brennstoffen. Im Jahr 2025 erzeugten sie laut Ember 29 Prozent des Stroms. Das macht die EU-Staaten anfällig für geopolitische Spannungen, Krisen und Kriege, die sich direkt auf die Preisentwicklung von Gas und Erdöl sowie auf die Lieferketten auswirken. Die europäischen Volkswirtschaften sind auf Importe und Märkte angewiesen, auf die sie keinen Einfluss haben. Gleichzeitig steigt der Strombedarf durch die Digitalisierung, den Ausbau der Elektromobilität, den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) und Wärmepumpen sowie durch die Elektrifizierung in Industrie und Gewerbe. SolarPower Europe, der führende europäische Branchenverband erwartet, dass der Strombedarf in der EU bis 2030 auf 3.000 Terrawattstunden steigen wird. Die Versorgung muss deshalb unabhängiger und widerstandsfähiger werden.

 

Jedes Jahr lassen sich 50 Milliarden Euro einsparen

Der schnellste und effektivste Weg ist, den Ausbau von Solarenergie und Batteriespeichern voranzutreiben. Das zeigt die aktuelle Studie „Solar+: An EU pathway to achieve renewable targets, price affordability, and energy security“ von SolarPower Europe. Bis 2030 muss sich die Speicherkapazität auf 171 Gigawatt Leistung vervierfachen, die Speicherdauer auf dreieinhalb Stunden steigen. Die Betriebskosten des Stromsystems können bis 2030 dadurch halbiert werden, die Großhandelspreise für Strom deutlich sinken und die Preisschwankungen für Wirtschaft und Gesellschaft können reduziert werden.

Allein in den ersten zwei Monaten seit Beginn des Nahostkrieges sind nach Angaben des Verbandes durch Solarenergie 8,5 Milliarden Euro an Gasimporten eingespart worden. Bis 2030 könnten die Einsparungen pro Jahr 50 Milliarden Euro übersteigen. Um das Potenzial von Solarenergie und Speichern voll auszuschöpfen, braucht es – so die Studie – entsprechende politische Maßnahmen. In allen Sektoren müsse die Elektrifizierung deutlich schneller vorangehen. Dazu sei ein EU-Aktionsplan notwendig. Preissignale, Infrastrukturentwicklung und regulatorische Rahmenbedingungen müssten aufeinander abgestimmt und erneuerbare Energien zu einer wettbewerbsfähigen Option in Industrie, Verkehr und Gebäuden werden. Statt fossile Brennstoffe weiterhin zu begünstigen, sollten die Vorteile der Energiewende allen Teilen der Gesellschaft zugute kommen, fordert die Studie.

 

Europa setzt auf Hybridanlagen
Großbritannien gilt im Bereich PV-Hybridanlagen als Vorreiter. Dank gezielter Förderinstrumente und beschleunigter Genehmigungsverfahren sind solche Anlagen bereits in Betrieb. Als wegweisend für Großprojekte gilt die Anlage in Cleve Hill, die einen Solarpark mit 373 Megawatt und einen Batteriespeicher mit 150 Megawatt verbindet. Auch in Deutschland sind bereits einige Projekte umgesetzt. Ein Beispiel ist der Energiepark in Gundelsheim im Landkreis Heilbronn. Solarpark und Batteriespeicher werden nun durch einen Windpark ergänzt. Die einzelnen Technologien sind so aufeinander abgestimmt, dass sie sich optimal ergänzen, um Schwankungen bei der Stromerzeugung besser auszugleichen. Durch den Batteriespeicher ist die Einspeisung des Solarstroms stärker am Bedarf im Netz ausgerichtet. Auch Italien unterstützt hybride Photovoltaik- und Speicherprojekte, Spanien reformiert das Auktions- und Netzsystem, um Flexibilität zu belohnen. Polen, Ungarn und andere mitteleuropäische Länder führen die Kopplung von Photovoltaik und Speichern ein.

 

Intersolar Europe: Sessions zum Thema
Auf der Intersolar Europe Conference werden am 22. Juni im International Congress Center München in der Session „Solar + Storage – Integrating Hybrid Assets for Grid Support and Flexibility“ Initiativen vorgestellt, wie integrierte Solar- und Speicher-Anlagen das Netz stärken und Engpässe verhindern können. Die Referenten berichten über Erfahrungen aus realen Projekten und davon, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Netzbetreibern, Entwicklern und Flexibilitätsanbietern ist. In einer Intersolar Forum Session von SolarPower Europe und der „Battery Storage Europe Platform“ tauschen sich am 24. Juni in Halle A3 Branchenexperten über die zunehmende Bedeutung von Hybridanlagen aus. Projektentwickler aus ganz Europa stellen Praxisbeispiele vor. Die Intersolar Europe sowie die Parallelveranstaltungen ees Europe, Power2Drive Europe und EM-Power Europe finden vom 23. bis 25. Juni 2026 im Rahmen von The smarter E Europe, Europas größter Messeallianz für die Energiewirtschaft, auf der Messe München statt.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter:
www.intersolar.de
www.TheSmarterE.de

 

Intersolar Europe
Die Intersolar Europe spiegelt als weltweit führende Fachmesse für die Solarwirtschaft die enorme Marktdynamik der Solarbranche wider. Unter dem Motto „Connecting Solar Business“ präsentieren die weltweiten Marktführer ihre neuesten Produktentwicklungen sowie aktuelle Trends und Geschäftsmodelle – von Herstellern, Zulieferern und Händlern über Installateuren und Dienstleistern bis hin zu Projektentwicklern, Planern und Start-ups.

Die Intersolar Europe findet vom 23.–25. Juni 2026 – erstmals mit der neuen Messelaufzeit von Dienstag bis Donnerstag – im Rahmen von The smarter E Europe, Europas größter Messeallianz für die Energiewirtschaft, auf dem Messegelände in München statt. Ob für Strom, Wärme oder Verkehr – im Zeichen einer erneuerbaren Energieversorgung 24/7 finden parallel zur Intersolar Europe folgende drei Fachmessen statt:

  • ees Europe – Europas größte und internationalste Fachmesse für Batterien und Energiespeichersysteme
  • Power2Drive Europe – Die internationale Fachmesse für Ladeinfrastruktur und Elektromobilität
  • EM-Power Europe – Die internationale Fachmesse für Energiemanagement und vernetzte Energielösungen

Ebenso findet parallel die Intersolar Europe Conference vom 22.–23. Juni 2026 (Montag–Dienstag) statt, in der namhafte Experten die neuesten Branchenentwicklungen in den Mittelpunkt stellen. Um alle Aspekte einer zukunftsfähigen Energiewelt abzubilden, wird diese von drei weiteren Fachkonferenzen begleitet.

Mit der Intersolar India in Gandhinagar, Indien, der Intersolar South America in São Paulo, Brasilien, der Intersolar Mexico in Mexico City, Mexiko, und der Intersolar Afrika, in Nairobi, Kenia, erstreckt sich die weltweite Messeserie auf insgesamt fünf Kontinente. Veranstalter der Intersolar Europe sind die Solar Promotion GmbH und die Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH & Co. KG (FWTM).

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