Börsenstrompreis fällt, EEG-Umlage steigt - jeweils um 0,3 Cent pro Kilowattstunde

Stromrechnung 2016 ändert sich dadurch nicht, wenn Stromvertriebe ehrlich rechnen

Strom ist an der Strombörse in den vergangenen zwölf Monaten deutlich günstiger geworden. Der bereits 2015 zur Lieferung in 2016 gehandelte Strom wird im Zwölf-Monats-Mittel (Oktober 2014 bis September 2015) voraussichtlich nur noch 3,25 Cent pro Kilowattstunde kosten. Das entspricht einem Rückgang um neun Prozent beziehungsweise 0,32 Cent pro Kilowattstunde gegenüber dem Vorjahr. Durch diese Entwicklung der Börsenstrompreise wird die Umlage für Strom aus Erneuerbaren Energien (EEG-Umlage) im Jahr 2016 leicht steigen: Von derzeit 6,17 Cent auf 6,4 bis 6,6 Cent pro Kilowattstunde. Die für die Strombeschaffung beziehungsweise die Stromkunden maßgebliche Summe aus Börsenstrompreis und EEG-Umlage bleibt mit 9,7 bis 9,9 Cent pro Kilowattstunde weitgehend konstant. Das prognostiziert das Denk- und Politiklabor Agora Energiewende.

"In dem Maße wie die Großhandelsstrompreise sinken, steigt die EEG-Umlage", sagt Dr. Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende. "In Summe müssen die Stromverbraucher daher nicht mehr zahlen als heute, wenn die Stromanbieter hier ehrlich rechnen. Allerdings bekommen die Stromkunden künftig für ihr Geld deutlich mehr Strom aus Erneuerbaren Energien: Stammt in diesem Jahr voraussichtlich etwa 30 Prozent des Stroms aus Windkraft, Solarenergie und Co., so dürften es 2016 schon 32 bis 33 Prozent werden."

Die Prognose über die EEG-Umlage wurde nach einer Aktualisierung der Software "EEG-Rechner" mit den neusten Strommarktdaten gestellt. Der Rechner steht unter www.agora-energiewende.de/eeg-rechner sowohl als Online-Version an als auch als Excel-Datei zur Verfügung. Mit dem EEG-Rechner kann jeder selbst ermitteln, wie sich unterschiedliche Entwicklungen auf die Höhe der EEG-Umlage bis 2035 auswirken könnten.

 

Das könnte Sie auch interessieren

Umfrage: Drei von vier gegen Kürzungen bei Solarförderung

YouGov: 75 Prozent für Erhalt oder Ausbau der Förderung von Solardächern / Mehrheit auch bei CDU/CSU- und SPD-Wählern / Solarwirtschaft…

Ausbauen statt Ausbremsen – Branche und Zivilgesellschaft fordern Perspektiven für die Erneuerbaren

Ein Bündnis aus Branche, Unternehmen, Beschäftigten und Zivilgesellschaft ruft für diesen Freitag, den 9. Oktober, zur Demonstration in Berlin unter…

Solarwirtschaft zur heutigen Bundestagsanhörung: Netze beschleunigen statt Erneuerbare ausbremsen

Anlässlich der heutigen öffentlichen Anhörung des Wirtschaftsausschusses zum Netzanschlusspaket fordert der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) den Bundestag auf, den Gesetzentwurf grundlegend…