Solarwirtschaft warnt vor Förder-Einschnitten

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) hat das lang erwartete Energiewendemonitoring vorgelegt. Zwar werde der Stromverbrauch nach Einschätzung der Gutachter in den nächsten fünf Jahren voraussichtlich vorübergehend langsamer wachsen als ursprünglich angenommen. Die Gutachter leiten daraus jedoch nicht die Empfehlung ab, den Ausbau der Solarenergie zu bremsen. Ankündigungen von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, die Förderung neuer Solardächer streichen zu wollen, würden hingegen im Falle einer Umsetzung nach Einschätzung des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar) unweigerlich darauf hinauslaufen. So würde sich bei Wegfall der EEG-Förderung nach einer Umfrage unter Solarinstallateuren nur noch 4 von 10 Eigenheimbesitzern für die Anschaffung einer Solarstromanlage entscheiden. Hintergrund sind deutlich längere Amortisationszeiten und höhere Kosten bei der Anlagenfinanzierung.

Zur Vorstellung des Monitoring-Berichts erklärt der Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar in einer ersten Stellungnahme: „Neue stark wachsende Stromverbraucher wie Wärmepumpen, E-Fahrzeuge, KI-Rechenzentren und Klimageräte werden den Strombedarf künftig stark steigen lassen. Vor diesem Hintergrund muss die Bundesregierung den Ausbau Erneuerbarer Energien und Speichertechnologien jetzt massiv vorantreiben. Anstelle von Einschnitten bei der Solarförderung benötigen Betreiber und Branche einen verlässlichen Investitionsrahmen und weniger Marktbarrieren. Nur so kann Solarenergie den erforderlichen Beitrag zur Umsetzung der Klimaziele leisten und absehbare Zielverfehlungen im Bereich der Windkraft, im Verkehrssektor und bei der Gebäudemodernisierung kompensieren.“

Die Gutachter weisen darauf hin „PV dürfte gemäß der untersuchten Szenarien das EEG-Ziel für 2030 von 215 GW erreichen, bei keinen grundlegenden Änderungen in den Umsetzungsvoraussetzungen wie Flächenverfügbarkeit oder wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.“

Der BSW-Solar fordert von Bundeswirtschaftsministerin Reiche, auf eine Förderkappung zu verzichten und stattdessen die richtigen Schlussfolgerungen aus dem Monitoring-Bericht zu ziehen. Wie von den Gutachtern des Monitoringberichts herausgearbeitet, böten vor allen Dingen Anreize zur Flexibilisierung sowie eine verbesserte Netzausnutzung Möglichkeiten, die Kosteneffizienz der Energiewende zu erhöhen.

Download

Das könnte Sie auch interessieren

66 Milliarden Euro Einsparpotenzial: Chance des Verteilnetzpakets nutzen

Mehr

BSW-Solar fordert Digitalisierung, einheitliche Standards und effizientere Netznutzung im Gesetzgebungsverfahren / Agora-Studie beziffert Einsparpotenzial beim Verteilnetzausbau bis 2045

StromVKG-Ausschreibung: Batteriespeicher werden strukturell benachteiligt

Mehr

Alle Zuschläge in der ersten Strom-VKG-Ausschreibung gehen an Gaskraftwerke / Bundesverband Solarwirtschaft kritisiert strukturelle Benachteiligung von Batteriespeichern

Viel Sonne, wenig Solarwärme: Kommunale Wärmepläne lassen enormes Potenzial liegen

Eröffnung von Deutschlands größter Solarthermieanlage in Leipzig

Mehr

Studie von Fraunhofer ISE und Öko-Institut zeigt große Lücke zwischen Solarthermie-Potenzial und geplanter Nutzung – BSW-Solar fordert stärkere Berücksichtigung bei…