BEE fordert realistischere Netzplanung und stärkere Berücksichtigung von Flexibilitäten

Der Bundesverband Erneuerbare Energie e. V. (BEE) hat seine Stellungnahme zum zweiten Entwurf des Netzentwicklungsplans (NEP) Strom 2025–2037/2045 eingereicht. Der Verband sieht insbesondere bei der Berücksichtigung von Flexibilitäten und Speichern noch deutlichen Verbesserungsbedarf.

„Die Annahmen im NEP sind nicht ambitioniert genug. So lässt sich die zukünftige Netzentwicklung nicht realistisch abbilden und planen“, kommentiert Dr. Christine Falken-Großer, Hauptgeschäftsführerin des BEE. Die bereits in der Stellungnahme zum ersten Entwurf kritisierten Annahmen zum Szenariorahmen bleiben zu konservativ – insbesondere beim Stromverbrauch, beim Ausbau der Onshore-Windenergie und der heimischen Elektrolyse sowie bei der systemischen Rolle der Bioenergie.

Im Mittelpunkt der aktuellen BEE-Stellungnahme steht jedoch die Forderung nach einer stärkeren Berücksichtigung von Speichern und anderen Flexibilitäten für die Netzplanung. Diese sollten aus Sicht des BEE systematisch in die Netzausbauplanung und Marktmodellierung einbezogen werden. Besonders kritisch sei, dass der NEP ab 2037 keinen weiteren Ausbau von Großbatteriespeichern vorsehe. „Ein zukunftsfähiges Stromsystem braucht neben dem Netzausbau alle verfügbaren Flexibilitätsoptionen. Speicher und flexible Verbraucher werden Netzengpässe vermeiden, Redispatch reduzieren und damit zusätzlichen Netzausbau begrenzen – diese Potenziale müssen im NEP realistisch abgebildet werden“, so Dr. Falken-Großer.

Zudem fordert der BEE, die absehbaren Auswirkungen der Weiterentwicklung der Netzentgeltsystematik (AgNes) bereits in den Szenarien zu berücksichtigen und in einer Sensitivität einen stärker netzdienlichen Betrieb von Erzeugungsanlagen und Speichern zu untersuchen. Die volkswirtschaftliche Abwägung zwischen Netzausbau und Engpassmanagement begrüßt der Verband grundsätzlich, fordert aber eine transparentere Darstellung der zugrunde liegenden Kriterien. Insbesondere müsse nachvollziehbar werden, welchen Beitrag Batteriespeicher und flexible Lasten zur Vermeidung von Engpässen leisten und wie viel Netzausbau tatsächlich erforderlich ist.

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